IT-Seal – von der Masterarbeit zum EXIST-geförderten Startup

01.04.2016

IT-Seal – von der Masterarbeit zum EXIST-geförderten Startup

Das TU-Startup IT-Seal entwickelt ein Social Engineering Audit, um den „IT-Risikofaktor Mensch“ innerhalb von Unternehmen einschätzen zu können. Phishing E-Mails und Telefonangriffe können selbst sehr vorsichtige Mitarbeiter hinter das Licht führen – und es gibt noch zahlreiche weitere Wege, um über die Mitarbeiter das IT-Sicherheitssystem eines Unternehmens zu unterlaufen. Mit der automatisierten Analysemethode von IT-Seal kann für Unternehmen das Risiko, Ziel von Social Engineering Angriffen zu werden, automatisiert analysiert und die effektivsten Gegenmaßnahmen aufzeigt werden. Ab April 2016 wird das junge Start-up durch ein EXIST-Gründerstipendium gefördert.

Die Geschichte von IT-Seal beginnt 2014. Einige Jahre zuvor lernten Alex Wyllie und David Kelm sich auf einer Zugfahrt kennen. Damals studierte Alex im Master molekulare Biotechnologie, David Informatik und IT-Security. Als sich die beiden Ende 2014 bei einem gemeinsamen Kaltgetränk über die wirtschaftliche Relevanz des Themas von Davids Masterarbeit unterhielten, kamen auch schon die ersten Ideen, wie man mehr aus der Sache machen könnte. Das war der Startschuss dafür, dass sich Alex und David fortan regelmäßig in einer sechs Quadratmeter großen Dachkammer mit großem Whiteboard, einem Schreibtisch und zwei Laptops zusammensetzten, um ihre Geschäftsidee zu entwickeln.

Inzwischen haben Alex und David ihre Master in der Tasche und arbeiten in einem eigenen Büro in den Räumen der Darmstädter Spark5 GmbH, einem Partner des Gründungszentrums HIGHEST. Im vergangenen Jahr haben sie den Beschluss gefasst, „ernst zu machen“ und den direkten Weg vom Studium in die Selbständigkeit zu wagen. Überhaupt war 2015 ein ereignisreiches Jahr für die beiden. Neben dem Beenden des Studiums ging es rasant voran mit IT-Seal: Das Team kam unter die zehn Finalisten des Merck Accelerators, ein erstes Investorenangebot kam im Juli, die Idee von IT-Seal gewann das erste Startup Weekend in Darmstadt, Alex und David haben zahlreiche Messen besucht und Ende des Jahres kam schließlich die Zusage für ein EXIST-Gründerstipendium. Und damit sind nur die markantesten Stationen genannt.

Das IT-Seal-Team auf der Darmstädter IT & Media-Messe im Februar 2016; von links: Yannic Ambach, Alex Wyllie, Davis Kelm (Foto: IT-Seal)
Das IT-Seal-Team auf der Darmstädter IT & Media-Messe im Februar 2016; von links: Yannic Ambach, Alex Wyllie, Davis Kelm (Foto: IT-Seal)

Die Teilnahme an den Messen, unter anderem an der CeBIT, nutzten Alex und David, um den Kundennutzen ihres Produkts zu identifizieren und gingen intensiv der Frage nach, welches die tatsächlichen Bedürfnisse im Bereich IT-Security sind und wie man ein entsprechendes Produkt verkaufen kann. Durch Reflektion und Feedback evaluierten sie ihr Geschäftsmodell, auch das Startup Weekend brachte das Gründerduo weiter. Generell haben die beiden die Erfahrung gemacht, dass gerade die Außenperspektive hilft, um einen „frischen“ Blick auf die Weiterentwicklung des Produkts zu behalten.

Das Investorenangebot im letzten Sommer lehnten die beiden übrigens ab. Alex und David wollten nicht zu früh eine Bindung eingehen, das hätte die Freiheiten in der Weiterentwicklung zu sehr beschnitten, daran haben die beiden besonders viel Spaß. Eine tolle Bestätigung war das Angebot aber trotzdem. Ebenfalls bestätigend ist natürlich auch die Bewilligung des EXIST-Gründerstipediums. Denn diese Förderung erhalten nur Gründungsvorhaben mit besonders innovativen und technologiebasierten Ideen mit signifikanten Alleinstellungsmerkmale und guten wirtschaftlichen Erfolgsaussichten.

Mit dem Physiker Yannic Ambach hat sich das Team seit Anfang des Jahres erweitert und eine zusätzliche Technologieexpertise herangezogen. Seit Ende 2015 wird das Konzept in eine Software umgesetzt – das bedeutet intensive Programmierarbeit für David und Yannic. Ein Pilotprojekt bei einem Kunden steht bereits an, außerdem ist eine IT-Security-Studie zusammen mit der TU Darmstadt unter der Leitung von Prof. Dr. Peter Buxmann anvisiert. Die HEAG AG hat sich weiterhin als Kooperationspartnerin angeboten. Auch das Jahr 2016 verspricht also turbulent für das IT-Seal-Team zu werden.

www.it-seal.de

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